Spurstangenköpfe

Spurstangen ganbar machen und ganbar halten:

Wenn bei Euren Wagen eine Spur- und Sturzeinstellung gemacht werden muss, sollte ihr vorher unbedingt prüfen ob alles gangbar ist, sonst fahrt ihr zweimal zum Reifenservice. Für das Lösen benötigt ihr einen Maulschlüssel, SW17 und SW 22. ACHTUNG: die Kontermuttern werden bei Einbaulage RECHTS herum gelöst. Sollte es nicht Fall sein , dass alles ganbar ist, rate ich dazu die ganze Spurstange auszubauen um sie in einem Schraubstock einzuspannen und dort zu bearbeiten.

 

Die Spurstange wird wie folgt ausgebaut:

 1. Schraube am Spurstangenkopf abschrauben (19 SW)

2. Spurstangenkopf mit Hilfe eines Abziehers herausdrĂĽcken

3. Mutter der Senkrechten Schraube am Lenkgetriebe lösen (15 SW)

4. Sicherungsblech wegbiegen

5. Schraube lösen und herausnehmen (SW19)

6. Gesamte Spurstange herausnehmen

Wenn die Spurstange nun ausgebaut ist, muss der Gewindestück, der die Stange und den Kopf verbindet, vom Rost befreit werden. Hierzu eignet sich eine Bohrmaschine mit Drahtbürstenaufsatz besonders gut. Jetzt sollte alles gut mit einem Rostlöser (Rostflah, Caramba, WD40 o.Ä.) behandelt werden und am Besten dem Rostlösemittel eine Nacht Zeit geben. So könnt Ihr sicher sein, dass sich alles ohne “Kaltverformungen” lösen lässt.

Um nun zu verhindern, dass beim Nächstenmal die gleiche Arbeit wieder gemacht werden muss, habe ich ein Stück Schlauch genommen (ca 12cm lang und 25mm im (Innen)Durchmesser und diesen auf die Gewindestange geschoben. Jeweils am Anfang und am Ende kommt eine Schlauchschelle aus VA, damit der Schlauch da bleibt wo er ist und kein Wasser zu dem Gewindebolzen vordringen kann.

 Ist der Schlauch drauf, die gesammte Spurstange wieder zusammensetzten und Alles mit MOS2 Fett leicht einschmieren.

 Nun kann die Spurstange wieder eingebaut werden.

Amzugdrehmomente: Mutter am Spustangenkopf: 60 Nm

                                     Schraube am Lenkgetriebe: 60 Nm

                                      Mutter am Lenkgetriebe: 40 Nm

Der Reperaturleitfaden sieht vor, dass man das Sicherungsblech am Lenkgetriebe erneuern soll.

Mit der anderen Spurstange, geht man genauso vor. Falls es vorkommen sollte, dass das Gewindestück nicht mehr brauchbar sein sollte, gibt es bei ATU für ca 7 € Ersatz. Das Gewindestück ist zwar kürzer als das Originale, aber es ist wenigstens einzeln lieferbar.

Angeblich sollen auch die vom Audi S2 passen. Die sollen dann auch die richtige Länge haben.

Mit ein wenig Pech kann es beim Anziehen der Mutter des Spurstangenkopfes passieren, dass sich der Konus des Kopfes mitdreht.  Das Problem ergibt sich daraus, dass sich der Konus noch nicht weit genug in seiner Aufnahme gesetzt hat und somit noch nicht stark genug klemmt. Dann habt Ihr mehrere Möglichkeiten das Problem zu lösen:

1. Den Spurstangekopfanbzieher drehen und somit den Konus in seine Form zu pressen, funktioniert auch mit einer Schraubzwinge.

2. Man nimmt eine normale Mutter (also ohne Sicherungskragen) und zieht diese an. Nun ist der Konus auch an seinem richtigen Platz und nun muss man nur noch die Mutter gegen eine selbstsichernde austauschen.

Nun muss man mit dem Wagen nur noch zum Fachmann fĂĽr Spur- und Sturzeinstellung und alles einstellen lassen.

Ist dies dann geschehen, das GewindestĂĽck mit MOS2 Fett gut einfetten, die SchutztĂĽlle herĂĽberziehen und die Schlauschellen anziehen.

ACHTUNG: Der Schlauch muss soweit vom Spurstangenkopf entfernt sein, bis die Gewindeaufnahme wieder komplett rund ist, damit die Schlauchschellen 100% abdichten können.  Ausserdem mĂĽsst Ihr prĂĽfen, in welche Richtung die "Schlösser" der Schlauschellen zeigen mĂĽssen, damit die Schellen nicht irgendwo Schaden anrichten können.

Persönlich möchte ich davon abraten bei den Spurstangenköpfe auf Billigprodukte zurück zu greifen. Die sind zwar erheblich günstiger als die Orginalen, halten aber auch nicht lange und somit muss die Arbeit und das Spureinstellen wieder gemacht werden. Somit wären dann die 40€ Ersparnis auch hinfällig. Nehmt die orignalen oder vergleichbare Qualität wie z.B. vom Lemförder.