GRA nachrüsten

Diese Ein-/Umbauanleitung beschreibt die Nachrüstung einer Geschwindigkeits Regel Anlage bei einem Audi TYP 44 mit Schaltgetriebe (Ab 1/88) am Beispeil eines 98 kW 5 Zylinder Saugermotors (MKB: NFII).

Zur Funktion:

Die GRA kann ab einer Geschwindigkeit von ca 35 km/h aktiviert werden. Wenn der Fahrer die Taste (“FIX”) am Lenkstockschalter zur Geschwindigkeitsaufnahme betätigt, wird die Unterdruckpumpe im Motorraum angesteuert und erzeugt ein Unterdruck welcher das Stellglied zusammenzieht. Dieses ist mit der Drosselklappe verbunden und gibt somit Gas. Die aufgenommene Geschwindigkeit wird nun so lange gehalten, bis das Kupplungs oder Bremspedal betätigt wird, oder über den Lenkstockschalter eine Änderung verursacht wird (Geschindigkeit erhöhen, GRA deaktivieren, GRA vorübergehen deaktivieren).

Für weitere Informationen schlagt in Eurer Bedienungsanleitung unter “Bedienung” nach.

Benötigt werden folgende Teile:

 

Audi Teilenummer:

Bezeichnung

Einzelpreis

Vermerk

Bemerkung

 

 

 

 

 

 

 

443 953 513 J

Lenkstockschalter

85,84

gebraucht erhältlich

für Baujahr: 01/88 - 10/90

 

 

 

 

 

 

 

443 907 305

Steuergerät für GRA

193,14

gebraucht erhältlich

 

 

 

 

 

 

 

 

4B0 907 325

Unterdruckpumpe

117,24

gebraucht erhältlich

 

 

 

 

 

 

 

 

447 907 347

Halter für Unterdruckpumpe

14,21

gebraucht erhältlich

Entfallen ohne Ersatz !

 

 

 

 

 

 

3 X

431 907 349

Anschlagpuffer um die Unterdruckpumpe am Halter zu befestigen

1,45

gebraucht erhältlich

 

 

 

 

 

 

 

2 X

N 013 976 1

Linsenblechschrauben um den Halter an der Karosserie zu befestigen

0,26

 

 

 

 

 

 

 

 

2 X

N 012 226 5

unterlegscheibe für s.O.:

0,09

 

Federscheibe

 

 

 

 

 

 

 

443 721 396 A

Halter für Stellelement

7,2

gebraucht erhältlich

Motorkennbuchstabe NF

 

 

 

 

 

 

2 x

N 010 215 27

Schrauben zum Befestigen des Halters an der Ansaugbrücke

0,44

 

M6x15

 

 

 

 

 

 

 

811 907 327 B

Stellelement

22,97

Gebraucht erhältlich

 

 

 

 

 

 

 

 

N 011 008 040

Mutter zum Befestigen des Stellelements am Halter

0,36

 

M8

 

 

 

 

 

 

 

N 012 241 10

Unterlegscheibe für: s.O.

0,16

 

Federscheibe

 

 

 

 

 

 

 

853 907 415 A

Verbindungsstange zwischen Drosselklappe und Stellelement

22,7

 

 

 

 

 

 

 

 

2x

811 907 343 B

Belüftungsventil

12,5

 

 

 

 

 

 

 

 

2 X

431 721 283 B

Clip

2,4

 

Zum Befestigen der Ventile am Pedalträger

 

 

 

 

 

 

3 m

N 018 046 6

Schlauch

21,6

gebraucht erhältlich

 

 

 

 

 

 

 

2 X 

811 907 428

T-Stück

1,45

 

 

 

 

 

 

 

 

2 X

893 955 665

Winkelstück um die beiden Entlüftungsventile zu verbinden

1,25

 

 

Download der Audi Teileliste

Preise in € und Stand 01/2009)

Ein Großteil der oben aufgeführten Teile könnt Ihr problemlos aus einem Schaltfahrzeug entnhemen, sofern diese noch funktionsfähig sind. Was Ihr leider auch müßt, den viele Teile sind bei Audi entfallen ohne Ersatz entfallen (E.o.E). Die verkaufen lieber neue Autos, als da dasein der Wagen zu sichern, die den Erfolg der Marke maßgeblich bestimmt haben.

Abgesehen von den original Auditeilen benötigt Ihr noch einen Original Kabelbaum aus einem Schlachtfahrzeug und 2,6m Ölflexleitung 3*0,75mm². Hinzu kommen noch einige Quetschkabelschuhe, Schrumpfschlauch, Verdrahtungsleitung H03V-K 0,75mm² (bevorzugt in den original Farben) und Wago Klemmen 222 .

Fangen wir nun im Motorraum mit dem Pneumatischenteil an.

Erledigt werden muss:

  • Einbau der Unterdruckpumpe (im linken Kotflügel auf Höhe des Kühlwasserausgleichsbehälters)
  • Einbau des Stellelements und Verbindung mit der Drosselklappe
  • Verlegung des Luftschlauches und der Pumpenleitung

Der Einbau der Unterdruckpumpe ist am einfachsten, wenn man den Kühlflüssigkeitsausgleichsbehälter kurzfristig demontiert. Vorher sollte man allerdings die Elektrische- und Pneumatischeverbindung herstellen.

Die 2,6m Ölflexleitung werden mit Hilfe eines Lötkolbens mit der Steckbuchse der Unterdruckpumpe verbunden und mit Schrumpfschlauch isoliert

Hier sieht man die Unterdruckpumpe, welche mit den Anschlagpuffern auf dem Halter montiert ist und mit allen Leitungen verbunden ist.

Der Halter der Unterdruckpumpe wird mit zwei Linsenblechschrauben und zwei Federscheiben am oberen Längsträger festgeschraubt.

Bei der Montage des Kühlwasserausgleichsbehälter ist darauf zu achten, dass die beiden Leitungen frei von mechanischen Beanspruchungen verlegt werden.

Nun noch ein größerer Schrumpfschlauch zum Schutz der Einzeladern anbringen

Hier sieht man das Stellelement welches die Drosselklappe betätigt.

Das Stellelement ist am Halter befestigt, welcher wiederum an die Ansaugbrücke geschraubt wird.

Hat man nun das Stellgleid montiert, muss man nur noch die Betätigungsstange anbringen. Hierbei ist es wichtig, dass die Stange im weißen Kunststoffpuffer ca 1-2 mm horizontales Spiel hat, weil sonst die Leerlaufdrehzahl beeinträchtigt werden würde.

Hat man nun die Unterdruckpumpe und das Stellelement eingebaut, kann man nun die elektrischen und Pneumatischen Leitungen verlegen. Wichtig ist natürlich die Leitungen so zu verlegen, dass sie nicht einklemmt oder geknickt werden.

Wie man im Bild links sieht, werden alle Teile des Pneumatikteils mit dem Luftschlauch verbunden.

Das hat folgenden Grund:

Die Unterdruckpumpe erzeugt den Unterdruck, welcher das Stellelement zusammzieht und somit “Gas gibt”. Der Kupplungs- und Bremspedalschalter haben die Aufgabe bei Betätigung den Unterdruck auszugleichen und somit das Stellelement in seine Ursprüngliche Ausgangsituation zurück zu führen. Diese Ventile lassen also Luft rein, wenn man sie Entlastet.

Dementsprechend ist es nicht möglich, aufgrund eines elektrischen Fehlverhaltens Gefahr zu laufen, dass die GRA naoch Gas gibt, obwohl eines von den beiden Fusspedalen betätigt ist.

Die Leitungen die von der Unterdruckpumpe und dem Stellglied kommen, werden oberhalb des Bremskraftverstärkers mit Hilfe eines T-Stückes verbunden und von dort aus wird eine Leitung unterhalb des Bremskraftverstärkers durch eine Öffnung in der Spritzschutzwand in den Fahrgastraum zu den Pedalen geführt. Durch diese Öffnung wird auch das Ölflex geführt.

Die Verlegung der Schläche entspricht keineswegs der Originalverlegung, ist aber meiner Meinung nach die beste Variante.

Hier sieht man hinter dem Ausgleichsbehälter der Bremsflüssigkeit das T-Stück, welches die Pneumatischen- leitungen verbindet

Die beiden paralell laufenden Leitungen (Grau: Ölflex ; Schwarz Pneumatik) führen unterhalb des BKV´s durch eine Tülle (am Fahrzeug schon vorhanden) in den Fahrgastraum.

Um die Beiden Leitungen durch die Tülle zu bekommen, habe ich diese mit mehreren scharfen Bohrern zum gewünschen Durchmesser aufgebohrt (Von der Aussenseite der Tülle wurde gebohrt). Dies ist mit einer Lochzange vermutliche einfacher und dichtet später besser ab. Wichtig ist darauf zu achten, dass der Durchmesser in der Tülle kleiner ist, als der Aussendurchmesser der Leitung, damit die Tülle richtig abdichten kann.

Das Durchführen der Leitungen lässt sich am einfachsten mit Silikonspray bewerkstelligen. Großflächig auf die gewünschte Länge der Leitung aufgetragen ist das Leitung ziehen auch alleine kein Problem.

Im Fahrgastraum muss man das Kartenfach unter dem Lenkrad demontieren. Ist dies geschehen, muss auch der Heizungskanal für die Fussheizung entfernt werden. Nun nur noch die Schraube vom Zusatsrelaisträger lösen und man sollte nun an alles herankommen.

Wenn die Leitungen nun im Innenraum liegen, müssen die Ventile am Pedalträger angebracht werden. Hierzu benötigt man die Clip´s.

Die beiden Clips haben die Aufgabe, durch ihren Einbau eine Gewinde zu schaffen, welches die Ventile / Pedalschaler aufnimmt. Dies können Sie nur, wenn die oberen Laschen (sehen aus wie eine Krone) im 90° Winkel zum Rundkörper montiert sind. Dies erfordert viel Kraft  und Geschick, da der Pedalraum recht unzugänglich ist. Die Clips haben an den Seiten kleine Rastnasen, welche gefasst haben müssen. Haben sie dies nicht, ist der Clip nicht rund und kann so beim Einschraiben das Gewinde des Pedalschalters zerstören.

Wenn die Clips montiert sind, werden die beiden Pedalschalter soweit hereingerschraubt, bis sie Kontakt mit den Pedalen haben. Ein zu weites hereindrehen der Pedalschalter führt zur Veränderung der Grundstellung der Padale, was wiederum dazu führen kann, dass die GRA nicht funktioniert.

Nun kann die pneumatische Leitung aus dem Motorraum mit den Beiden Pedalschaltern verbunden werden. Am einfachsten geht dies mit zwei Gummiwinkeln und einem T-Stück. Die beiden Gummiwinkel werden mit der kurzen Seite auf die Pedalschalter gesteckt und miteinander durch das T-Stück verbunden. An das T-Stück wird nun die Leitung aus dem Motorraum gesteckt und der pneumatische Teil ist damit komplett.

Im Foto unterhalb habe ich es anders gelöst, weil mir die oben aufgeführte Monatge erst später in den Sinn gekommen ist.

Kommen wir nun zum elektrischen Teil.

Ohne Schaltplan wären man hier natürlich aufgeschmissen. Da die original Schalpläne aber für den Laien recht schwer zu lesen sind, habe ich drei Pläne die Euch die Arbeit erleichtern sollen:

1. Der original Plan (aufgelöste Darstellung)

2. Der Plan nach dem ihr bauen solltet (aufgelöste Darstellung)

3. Ein Schaltplan im zusammenhängender Darstellung

(vereinfacht das Herstellen des Kabelbaums)

Wie bereits erwähnt, benötigt man einen Kabelbaum aus einem Schlachtfahrzeug wobei es keine Rolle spielt, ob der Wagen ein Schalter oder Automatik war. In meinem Fall war es ein Automatik.

Nun muss man alle notwendigen Steckverbindungen aus dem alten Kabelbaum enfernen. Man sucht sich als erstes die Steckbuchse vom GRA Steuergerät. Diese ist weiß und 9 polig. Wenn man diese gefunden hat beginnt man damit den alten Kabelbaum vorsichtig auf zu schneiden und die Leitungen zu verfolgen. Dies ist recht einfach, denn die meisten Leitungen und Steckverbindungen treffen sich am Knotenpunkt unterhalb der GRA Steckbuchse. Benötigt werden folgende Stecker / Steckbuchsen:

  • GRA Steuergerät
  • Lenkstockschalter
  • Bremslichtschalter
  • Bremspedalschalter

Die Leitungen zu Unterdruckpumpe werden nach 30 cm getrennt. Um den restlichen alten Kabelbaum nicht unnötig zu zerstören ist es hilfreich die Steckbuchse zum Lenkstockschalter zu öffnen und die Leitungen einzeln zu entnehmen:

Die Buchse besteht aus zwei Teilen. Der schwarze Teil ist das Grundelement und der violette Teil ist die Verriegelungselement.

Nun kann man die Leitungen einzeln entnehmen und nach dem Sortieren wieder einführen und verriegeln.

Um die Verriegelung zu öffnen drückt man die beiden Rastnasen mit Hilfe von zwei kleinen Schraubendrehern nach aussen und drückt das Verriegelungselemnt in Pfeilrichtung.

Pinbelegung:

1:     sw/ge

2:     bl

3:     rt/ge

4:     sw

5:     bl/rt

6    rt/ sw

 

Die meisten Steckverbindungen im Typ 44 lassen sich auf irgendeine Art und Weise so öffnen wie die oben erwähnte.

Wenn Ihr nun alle notwendigen Leitungen evakuiert habt, der Lötkolben schon heiß ist, die Schaltpläne vor Euch liegen und die restlichen Materialien bereit liegen macht Euch ans Werk. Anbei noch Vorschlag für die verwendeten Leitungslängen:

Die Leitungen im Strang zum Radio werden mit je zwei Wagoklemmen bestückt. So kann man die vorhanden Leitungen einfach trennen und die neue Leitung einfach einreihen.

Da ich keinen originale Buchse für den Kupplungspedalschalter hatte, habe ich zwei Quetschkabelschuhe in der richtigen Größe genommen und mit Schrumpfschlauch isoliert. Allerdings nur die Buchse selbst, denn zwischen den beiden Anschlüssen ist nur sehr wenig Platz.

Wenn der Kabelbaum fertig ist, muss man noch das GRA Steuergerät unterhalb des Lenkrades (mit Hilfe eines Winkelstücks) montieren und die linke Seites des Lenkstockschalters wechseln.

Um den Kabelbaum des Empfängerfahrzeuges nicht unnötig zu zerschneiden, habe ich aus zwei Rundsteckern einen Plug and Play Anschluss für die Stromversorgung über den Bremslichschalter gebaut.

Damit sich dies Verbindung nicht selbsttätig öffnet habe ich Sie mit einem Kabelbinder gesichert.

Beim Anschliessen ist natürlich auf die richtige Polung zu achten!

Ist die Hauptverbindung angeschlossen, nimmt man sich nun den Rest der Pedalerie vor. Den Bremslichtschalter (weiß) , den Bremspedalschalter und den Kupplungspedalschalter.

Ist dies erledigt, wird das Ölflex zur Unterdruckpumpe mit Hilfe der Wagoklemmen am GRA Steuergerät angeschlossen und der Leitungsstrang am Radio aufgeklemmt. Falls am Radio kein Zündungsplus zu finden ist, nimmt man die blau / schwarze Leitung an der Klimatronik

Nachdem nun alles angeschlossen und verlegt ist, sollte dem entspannten fahren nichts mehr in Wege stehen.

 

Beim Einbau in einen Wagen mit Automtikgetriebe und oder in einen Wagen mit dem MKB: MCII ändern sich teilweise die benötigten Teile und die elektrische Ansteuerung. Sollte Ihr diesbezüglich fragen haben, mailt mir.